Presseartikel
Von 007 bis zu den „lustigen Hosen“
Ein be-„swingtes“ Big-Band-Treffen mit Willi Budde und Fritz Krisse im Detmolder Sommertheater
Detmold (aga). Wenn sich zwei exzellente Musiker auf der Bühne begegnen, spricht das allein schon für musikalischen Hochgenuss. Erst recht, wenn Willi Budde und Fritz Krisse jeweils noch die eigene Bigband zusätzlich aufbieten. So geschehen bei „OWL Big Band meets Big Band der Johannes-Brahms-Schule Detmold“. Gut 250 Gäste im Detmolder Sommertheater waren begeistert.
Das Allerbeste als Bandleader sei es, nicht selbst spielen zu müssen und den anderen sagen zu können, was sie zu spielen hätten, scherzte Willi Budde, nachdem seine OWL Big Band, bei ihrem „ersten richtigen Auftritt“ in der Heimatstadt ihres Bandleaders gerade den Barry-Golson-Titel „Whisper Not“ dargeboten hatte. Darin ergriffen besonders die weichen Tenorsax-Klänge von Jens Winkler das Herz der Zuhörer.
Doch natürlich griff auch Budde zu seinem Instrument. Den Solopart in Mark Taylors „My One And Only Love“ übernahm er selbst. „Der Titel bezieht sich natürlich auf das Publikum“, sprach er lächelnd in die Menge. Und diese Liebeserklärung unterstrich er gleich anschließend auf der Trompete.
Die Verbindung der zwei Big Bands, einige Mitglieder waren und sind gleichzeitig in beiden aktiv, demonstrierten im Sommertheater die beiden Bandleader. Kein Wunder also, dass der Detmolder Kontrabass-Virtuose Fritz Krisse mehrfach als Solist in der OWL Big Band auftauchte. Umgekehrt gab Willi Budde mit sichtlicher Freude die Trompeten-Soli in „The Chicken“ und „Warm Breeze“ für die Big Band der Johannes-Brahms-Schule Detmold.
Als amüsanter Conferencier entpuppte sich Budde darüber hinaus nicht erst, als er eine Überleitung von Krisses melancholischem, freien Bass-Solo „Autumn Comes, Autums Leaves“ zu Sammy Nesticos „Fancy Pants“ suchte: „Im Herbst beginnt auch der Karneval; und wir ziehen dazu die lustigen Hosen an.“
Den Auftakt des etwa zweieinhalbstündigen Programms hatte die Big Band der Johannes-Brahms-Schule in bewährter Manier mit Bobby Timmons’ „Dat Dere“ bestritten. Problemlos hatten Frank Terbuyken (Altsax) und Herbert Stieger (Trompete) das Publikum in den Bann gezogen. Titel von Quincy Jones und Duke Ellington folgten.
Besonders ergreifend dann das Sopran-Saxophon an den Lippen von Marion Frerich. Ein wohliger Schauer lief den Zuhörern bei John Coltranes „Naima“ den Rücken herunter. Ihr Programm beendete die Big Band der Musikschule mit Stevie Wonders „Another Star“. Vielleicht ein dezenter Hinweis auf den folgenden Auftritt der OWL Big Band. Doch so einfach durfte die heimische Band nicht von der Bühne. Natürlich musste eine Zugabe her. „Das Stück sage ich nicht an, das kennt sowieso eder“, schmunzelte Fritz Krisse ins Publikum. Passend zur bevorstehenden Deutschlandpremiere des neuesten Abenteuers des berühmtesten Agenten Ihrer Majestät verabschiedete sich seine Band mit dem „James Bond Theme“ von Monty Norman.
