Presseartikel

08. September 2009, Mindener Tageblatt

Big Band schöpft aus dem Vollen

OWL-Ensemble eröffnet Saison im Jazz Club / Klassiker und moderne Stücke im Programm

Die Bühne im Jazz Club war gut gefüllt: Mit 17 Musikern eröffnete die OWL Big Band die neue Saison im Jazz Club Minden. Foto: Rickert

Die Bühne im Jazz Club war gut gefüllt: Mit 17 Musikern eröffnete die OWL Big Band die neue Saison im Jazz Club Minden. Foto: Rickert

Minden (kr). Mit großem Musikeraufgebot eröffnete der Jazz Club Minden am Samstag nach beendeter Sommerpause die neue Konzertsaison. Die OWL Big Band mit 17 Musikerinnen und Musikern aus Ostwestfalen-Lippe servierte dem Publikum zum Saison-Start einen Querschnitt ihres vielseitigen Repertoires.

Allein der mit fünf Saxofonen, fünf Trompeten und drei Posaunen stark besetzte Bläsersatz, zu dem sich bisweilen noch Big-Band-Leiter und Solo-Trompeter Willi Budde gesellte, sorgte für außergewöhnliche Klangerlebnisse. Neben Klassikern der Big-Band-Literatur aus der Swing-Ära standen auch moderne und weniger bekannte Stücke in außergewöhnlichen Arrangements auf dem Programm.

Auf technisch erstaunlich hohem Niveau tauchte das Ensemble in Nat Adderleys "Worksong" ein, nahm die Zuhörer in Gordon Goodwins "Night Train"-Arrangement mit auf eine Blues-Reise und marschierte überraschend nah am Original durch Glenn Millers "In the Mood". Kraftvoll und voluminös ließen sich die Musiker durch druckvolle Stücke treiben, während sie insbesondere in den Balladen zeigten, dass sie auch leise Töne zu einem klangvollen Erlebnis werden lassen können.

Gefühlvoll und ausdrucksstark geriet Benny Golsons Tribut an Clifford Brown "I Remember Clifford", für das Big-Band-Leiter Willi Budde ein Arrangement von Dusko Goykovich ausgesucht hatte. Beeindruckend auch die Version des durch Ray Charles berühmt gewordenen Songs "Georgia on my Mind", das die OWL Big Band zu einer Swing-Ballade mit ergreifendem Klangvolumen machte.

Dass die OWL Big Band, die vor zehn Jahren dank der Initiative der Musikschulen in Ostwestfalen-Lippe gegründet werden konnte, sich in ihrem Repertoire nicht im traditionellen Bigband-Vokabular erschöpft, zeigte sie besonders eindrucksvoll mit ihrer schmetternden Interpretation des Quincy-Jones-Titels "Stuff like that". Den Disko-Hit von 1978 ließ die Band direkt auf Glenn Millers "In the Mood" folgen und unterstrich so ihr musikalisches Konzept: "Wir machen eigentlich alles. Manche sagen, wir könnten uns nicht entscheiden, andere nennen das Vielseitigkeit. Letzteres trifft es wohl besser.", so Willi Budde, der zwischen seinen Einsätzen als Dirigent und Solist durch das Programm führte.

Dem konnten die Besucher am Ende wohl uneingeschränkt zustimmen. Mit viel  Applaus und der berechtigten Zugaben-Forderung kommentierten sie die beeindruckende Leistung der Band und die geschmackvolle Musikauswahl.

Text und Foto: Kerstin Rickert